Energetische Sanierung von Baudenkmalen
Denkmalen ist, schon aufgrund ihres Alters, das Prinzip der Nachhaltigkeit immanent und ihre Energiebilanz günstig, doch zur Verbesserung ihres aktuellen Energieverbrauchs und Nutzungskomforts werden unwiederbringliche historische Bauzeugnisse häufig auf Kosten ihrer Substanz "energetisch aufgerüstet". Seit dem 1. April 2012 gibt es für die energetische Optimierung von Baudenkmalen und Altbauten den Förderbaustein "Effizienzhaus Denkmal", mit dem die denkmalgerechte Sanierung unter Schutz gestellter Gebäude sowie besonders
erhaltenswerter Bausubstanz unterstützt wird. Die DSD hat einen solchen Schritt im Rahmen eines Bündnisses von Denkmalschutzorganisationen gefordert und begrüßt die Einführung des KfW-Programms.
Berlin: "Der dressierte Mann"
Berlin, Potsdam, Schwante: "Candide"
Leipzig: TANZOFFENSIVE 2012
Vom 05. bis 12.05.2012 lädt das LOFFT zum Festival für aktuellen Tanz ein. Fünf deutsche und internationale Produktionen hat das Theater nach Leipzig eingeladen, die den Mut haben, Geschichten zu erzählen. Durch den verhangenen Bühnenhorizont kämpfen sich Tänzer und Choreografen wieder hervor, erzählen frisch und neugierig von Figuren und Ereignissenunserer jüngeren Geschichte. Das diesjährige Programm der TANZOFFENSIVE setzt auf Brisanz und Substanz: Die niederländische Compagnie T.R.A.S.H. zündet am 05.05.2012 mit der kleinsten gesellschaftlichen Einheit Zweisamkeit die ersten Bomben an der Grenze des physisch Vorstellbaren. PENG! PALAST aus der Schweiz starten den bitterbösen HOLYCOASTER am 06.05.2012 in die tiefsten Abgründe deutscher Geschichte. Die hat auch CHRISTOPH WINKLER schon gesehen und nimmt uns mit auf eine Reise der Radikalisierung des Terroristen Andreas BAADER am 11.05.2012. Dazwischen streut JELENA KOSTIC mit MARCH am 09. und 10.05.2012 die geballte Wut der gegenwärtigen Welt-Revolten. Zum Abschluss am 12.05.2012 geht JENNIFER OCAMPO MONSALVE an die Grenzen des Mensch-Seins von Geiseln im Dschungelkrieg Kolumbiens: Woran sich festhalten, wenn nichts mehr bleibt?
A Whisper In The Noise – Liebe zum Detail im UT Connewitz Leipzig
Die Rezension vom 28.04.2012
Zum Ausklang eines sonnigen und warmen Frühlingstages haben sich A Whisper In The Noise aus dem nordamerikanischen Minnesota im Leipziger UT Connewitz angesagt. Doch bevor sie ihren mit Spannung erwarteten Auftritt beginnen sind Garda aus Dresden als Support an der Reihe. Besser gesagt, ihr Nukleus, bestehend aus Kai Lehmann (Vocals, Guitars) und Ronny Wunderwald (Drums, Percussions). Garda, wer denkt da nicht zuerst an den malerischen See in Norditalien und das dazu passende Belcanto? Damit hat ihre Musik mitnichten zu tun, wir können hier einer zupackenden Variante von Americana zuhören. Sie haben gerade ihre aktuelle CD “A Heart Of Pro” veröffentlicht, die im Musikmagazin “eclipsed” sehr lobend rezensiert wurde. Ihr Auftritt ist fesselnd, die Stimme von Kai Lehmann bringt sie Stimmung der einzelnen Songs sehr gut rüber, Ronny Wunderwald ist ein kompetenter Begleiter.



Ein seltsames Paar von Neil Simon am Schlossparktheater Berlin
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Zum Nachlesen
Es gibt Stücke, die sind unverwüstlich und tauchen zu Recht immer wieder in den Spielplänen der Theater auf. Dazu gehört auch Neil Simons "Ein seltsames Paar". Oscar, der nach seiner Scheidung allein in einer Achtzimmer-Wohnung und in ziemlichem Chaos wohnt, bietet Felix, einem Freund aus der Pokerrunde, den seine Frau rausgeschmissen hat, an, bei ihm einzuziehen. Felix, der etwas hypochondrisch veranlagt ist, bringt mit seinem Putz-Tick den Gastgeber nach und nach zur Verzweiflung, vermasselt ihm sogar ein geschickt arrangiertes Date. Jetzt erlebte das Stück seine Premiere am Schlossparktheater und die Pointen, die gekonnt auf der Klaviatur der Klischees spielen, funktionierten auch dieses Mal wieder. Darauf scheint sich Adelheid Müther so sehr verlassen zu haben, dass sie alles lediglich brav vom Blatt spielen ließ. Glücklicherweise hatten die Darsteller der beiden Schwestern und der Poker-Runde (Debora Weigert, Anne Rathsfeld, Harald Effenberg, Georg Tryphon, Raimond Knoll und Kristian Wanzl) genug darstellerisches Vermögen, um sich mit klaren Figuren gut über die Runden zu retten.
Ein Wochenende im Renaissancetheater Berlin
Zum Nachlesen Jeder Poker-Spieler könnte neidisch werden. 2 Mal hintereinander Full House im Renaissancetheater. Und das trotz sommerlicher Temperaturen in Berlin. Zunächst versprachen am Sonnabendnachmittag Horst Pillau und Hans-Jürgen Schatz "Wir lernen Ihnen Deutsch" und sahen sich unsere Sprache gründlich an. Da wurden Aussprüche von Politikern und Sportlern, Gebrauchsanweisungen, Neudeutsch (sprich: Denglisch), die Jugendsprache und einiges mehr unter die Lupe genommen. Das dauerte immerhin zwei Stunden, aber es war zu keiner Zeit langweilig. Horst Pillau führte mit feiner Ironie und ohne erhobenen Zeigefinger von einem Thema zum anderen. Hans-Jürgen Schatz übernahm den rezitatorischen Hauptpart und es war beeindruckend, wie viele gestalterische Varianten er für die unterschiedlichen Texte fand. Mir hat auch sehr gefallen, dass der Nachmittag mit einem Beispiel höchster Sprachkultur, Goethes "Osterspaziergang", ausklang. Eingedenk der mahnenden Worte Horst Pillaus werde ich mich hüten, die Veranstaltung "toll" zu nennen. Sie war intelligent, witzig, anregend, manchmal überraschend – kurz: lohnend.
Der dressierte Mann von John von Düffel nach dem gleichnamigen Bestseller von Esther Vilar im Theater am Kurfürstendamm
Zum Nachlesen Dieses Mal hat John von Düffel also keinen Roman für die Bühne adaptiert, sondern sich das Pamphlet "Der dressierte Mann" von Esther Vilar, das in den 70er Jahren die Feministinnen provozierte, als Ausgangspunkt für eine spritzige Boulevardkomödie genommen, in die er einige ihrer Thesen mit einfädelt. Das woanders bereits erfolgreich gespielte Stück hatte nun im Theater am Kurfürstendamm Premiere. Bastian will sich bei einem romantischen Candle-Light-Dinner mit seiner Freundin Helen verloben. Dass sie sich verspätet wäre noch nicht so schlimm, läge der Grund dafür nicht in einem Jobangebot ihres gemeinsamen Chefs. Sie soll die Stelle bekommen, mit der Bastian gerechnet hatte, und künftig 10x soviel verdienen wie er. Helen weiß nicht, wie sie ihren Wunsch nach Karriere und den nach einer Hochzeit unter einen Hut bringen soll. Doch die Mütter der beiden, Konstanze Engelbrecht und Dr. Elisabeth Schröder-Röder, zwei Frauen, deren Positionen eigentlich nicht unterschiedlicher sein können, nehmen die Sache gemeinsam in die Hand. Das turbulente Stück hat in den Dialogen eine hohe Pointendichte und Martin Woelffer inszenierte es deftig und temporeich.
Motorpsycho & Ståle Storløkken – Gigantisches Klanggemälde im Conne Island Leipzig
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Berlin: "Ein seltsames Paar"Als Felix nach zwölfjähriger Ehe von seiner Frau Frances vor die Tür gesetzt wird, nimmt Oscar ihn bei sich auf. Beide versprechen sich von dieser Zweckgemeinschaft nur Vorteile: halbe Miete und Haushaltungskosten, denn sie müssen ja Alimente für ihre Geschiedenen zahlen. Doch was am Anfang aussieht wie eine ganz normale Männer-WG, entpuppt sich bald als eheliches Panoptikum, mit dem einzigen Unterschied, dass das ewig wischend und putzende Heimchen am Herd eben keine Frau, sondern ein Mann ist. Außer Staubsauger, Luftwaschfilter und diversen Kochutensilien hat Felix alle nur erdenklichen Desinfektionssprays in seiner Aussteuer und beginnt die Männerkiste gnadenlos zu zerputzen. Aus Oscars originell-chaotischer Single-Behausung wird dank Felix´ unermüdlicher Schaffenskraft ein steriler und keimfreier Musterhaushalt. Der Boden glänzt, als ob er nass wäre, die Wäsche ist nicht nur sauber, sondern rein, und Oscar lernt, dass sich ein anständiger Mann beim Pinkeln hinzusetzen hat. Das Stück von Neil Simon in der Regie von Adelheid Müther feierte am 28.04.2012 Premiere im Schlossparktheater Berlin. nächste Aufführung am 23.05.2012
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Die Rezension vom 19.04.2012



