Start

Betrogen am Berliner Renaissancetheater

Die Rezension von der Premiere am 18.05.2011

Zum Nachlesen
Ein Stück mit dem Titel "Betrogen", noch dazu von Harold Pinter, dem britischen Literatur-Nobelpreisträger, da mag mancher ein schweres Psychodrama erwarten. Aber weit gefehlt. Im Renaissancetheater erlebte ich Boulevardtheater auf höchstem Niveau. Während die letzten Gäste in den Zuschauerraum strömen, findet auf der Bühne bereits eine Squash-Partie statt zwischen Jerry und Robert, die eine tiefe, nicht zu erschütternde Männerfreundschaft verbindet. Sie spielen mit Spaß und Respekt vor einander. Eine eingeblendete Jahreszahl mit aktueller sekundengenauer Uhr verweist darauf, dass die Szene hier und heute spielt. Zunächst. Denn nun macht das Stück eine Rolle rückwärts ins Jahr 1977. Emma, die Frau von Robert, informiert Jerry, dass sie ihre Ehe beendet hat, weil ihr Mann sie betrügt. Gleichzeitig erfahren wir, dass sie ihren Mann sieben Jahre lang mit Jerry betrogen hat. Und wir erleben in mehreren Schritten zurück, wie es dazu kam, auch ab wann Robert von der Beziehung seiner Frau wusste, ohne es den Freund merken zu lassen. Ein Stück über Betrug, aber auch über Selbstbetrug.

Weiter...

 

Buchtage Berlin 2011: Im Sog der E-volution – Der Buchmarkt und seine Wertschöpfungsketten

Bei den Buchtagen am 09.06.und 10.06.2011 in Berlin geht es im Eröffnungsprogramm unter dem Thema "Im Sog der E-volution – Der Buchmarkt und seine Wertschöpfungsketten" um Veränderungen in der Buchbranche. Rund 700 Verleger, Buchhändler, Publizisten, Online-Experten und Marketing-Spezialisten werden im bcc Berliner Congress Center erwartet. Mit den Potenzialen virtueller Wertschöpfungsketten im Buchmarkt beschäftigt sich Dr. Markus Conrad, Vorsitzender des Vorstands der Tchibo GmbH, in seiner Keynote. Er fragt: "Gibt es virtuelle Wertschöpfungsketten? Wenn ja, ist nicht der Buchmarkt dafür prädestiniert? Werden wir virtuell geschöpfte Werte dauerhaft in klingende Münze umwandeln können? Der Buchmarkt bleibt spannend!". Die Publizistin und Autorin Dr. Cora Stephan beleuchtet die Chancen und Risiken der künftigen Entwicklung. Ihre These: "Nicht die Autoren sind es, die sich vorm E-Book am meisten fürchten müssen, sondern der Buchhandel. Und jene Verlage, die sich auf ein neues Bündnis mit ihren Autoren nicht einlassen wollen. Denn anderswo locken bereits andere Partner."

Weiter...

 

Gregor Gysi trifft Katharina Thalbach im Deutschen Theater Berlin

Die Eindrücke vom 15.05.2011

Zum Nachlesen
Manchmal erlebt man im Theater spannende, unterhaltsame Stunden, obwohl gar kein Stück auf dem Spielplan steht. Ein Beispiel dafür durfte ich am Sonntagvormittag im Deutschen Theater erleben. Seit 2001 schafft es Gregor Gysi regelmäßig, dem Deutschen Theater einen Zuschaueransturm zu bescheren, wenn er Gespräche mit Zeitgenossen führt. Dieses Mal hatte er die Schauspielerin und Regisseurin Katharina Thalbach zu Gast. Der Auftrittsapplaus machte sofort klar, dass sie im Laufe ihrer Karriere eine riesige Fangemeinde gewonnen hat. In der von Gregor Gysi mit Leichtigkeit und Witz geführten Unterhaltung erfuhr man viel Persönliches von Katharina Thalbach. Alles mit Humor und herrlich uneitel erzählt.

Weiter...

 

90 Jahre Schlossparktheater Berlin

Die Eindrücke von der Feier am 12.05.2011

Zum Nachlesen
90 Jahre ist es her, dass der Wirtschaftstrakt des Berliner Wrangel-Schlösschens zu einem Theater umgebaut wurde. Und so ein 90. Geburtstag muss doch gefeiert werden, dachte sich der derzeitige Hausherr Dieter Hallervorden, dem man sofort glaubt, dass das Schlossparktheater seine große Liebe ist. Sonst wäre er vor zwei Jahren wohl nicht so ein großes persönliches Risiko eingegangen, um das inzwischen leerstehende Haus wieder zur Blüte zu bringen. Was war das nun für eine Geburtstagsfeier? Glücklicherweise eine völlig unspektakuläre, die nur eins zum Thema hatte: Die unbändige Liebe zum Theater, in der sich die Geburtstagsgäste im Publikum mit denen auf der Bühne einig waren. Letztere waren eine illustre Schar von Schauspielern, die in diesem Haus immer mal wieder auf der Bühne stehen.

Weiter...

 

Maxim Gorkis Kleinbürger am Deutschen Theater Berlin

Die Rezension von der Premiere am 10.05.2011

Zum Nachlesen
Großer Jubel beim Premierenpublikum, etwas verhaltenere Begeisterung bei mir.
Bin ich noch beglückt in die Pause und danach wieder in den Saal gegangen, kamen bei mir
im 2. Teil immer öfter Unmutsmomente auf. Doch der Reihe nach: Zu Beginn, der Eiserne Vorhang ist heruntergelassen, wird es abrupt finster - nicht einmal die Notbeleuchtung ist an – und man hört eine Menschheits-philosophische Betrachtung. Ich glaube, sie stammt von Ingeborg Bachmann. Als die Bühne freigegeben wird, sieht man in einer Kieslandschaft ein Podest mit einem Denkmal, das an Lenin erinnert und wahrscheinlich gedeutet werden möchte (Bühne Rufus
Didwiszus). Da es für mich keinen wirklichen Bezug zum Geschehen hatte, habe ich mich dieser Mühe allerdings gar nicht erst unterzogen.

Weiter...

 

Leipzig. Fotografie seit 1839 - Eine Ausstellung - Drei Museen

vhs „Leipzig. Fotografie seit 1839“ ist das erste Gemeinschaftsprojekt der drei städtischen Museen GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Stadtgeschichtliches Museum Leipzig und Museum der Bildenden Künste Leipzig und zugleich "...ein Pilotprojekt mit kulturpolitischen Signal...", wie Dr. Eva Maria Hoyer, Direktorin GRASSI Museum für Angewandte Kunst auf dem gemeinsamen Pressegespräch betonte. Sie dankte auch Thomas Liebscher, Redakteur bei den "Leipziger Blätter", der 2007 den Anstoß für die Ausstellung gegeben hatte. An drei Orten wird eine Überblicksdarstellung der Entwicklungsphasen und Spezifika der Fotografie Leipzig in einmaliger Vielfalt geboten. Die Ausführungen des Ausstellungskurators Christoph Tannert zeigen, Leipzig ist nicht nur eine Musik-, Buch- oder Messestadt. Leipzig ist auch eine Stadt der Fotografie. Hier gab es mit Bertha Wehnert-Beckmann die erste Berufsfotografin, die weltweit für Aufsehen sorgte, in Leipzig wurde 1906 weltweit die erste Fotografie-Professur geschaffen und nicht zuletzt erschien 1883 in der Leipziger "Illustrierte Zeitung" die erste gerasterte Fotografie. vhs In den Leipziger Archiven und Museen befinden sich insgesamt über eine Million Fotografien und so ist es nicht verwunderlich, dass Christoph Tannert über die Ausstellung, die am 27.02.2011 im GRASSI Museum ihre Eröffnung feierte, äußerte: "Wir berühren nur die Spitze des Eisberges..". Mit der Erfindung der Daguerreotypie hat sich die Fotografie in Leipzig schnell etabliert. Bis heute – über 170 Jahre später – kann das Medium nicht nur auf eine reiche Geschichte in der Stadt verweisen, sondern auch auf eine fotografische Produktivität und Vielfalt, die einzigartig ist. In der Ausstellung sind nicht nur die entwicklungsgeschichtlichen Linien von der Daguerreotypie bis zum digitalen C-Print zu sehen. Es werden auch die ästhetischen wie funktionalen Fragen an das Medium, die sich wandelnde Rolle des Fotografen und der Fotografin und das Sammeln von Fotografie in Leipzig reflektiert. „Leipzig. Fotografie seit 1839“ ist zugleich eine Entdeckungsreise in die umfangreichen Leipziger fotografischen Sammlungen. Die zahlreichen Bilder der über 190 ausgestellten Fotografinnen und Fotografen, regen an, über die spezifischen Eigenarten der Fotografie nachzudenken und die ungebrochene Wirkung der Fotografie zu erleben. Die Ausstellung war bis 15.05.2011 zu sehen.

Weiter...

 

Ai Weiwei zum Mitglied der Akademie der Künste gewählt

Nach Information der Akademie der Künste ist der chinesische Konzeptkünstler, Bildhauer und Kurator Ai Weiwei am 07.05.2011 in die Akademie der Künste gewählt worden. Im Plenum der Frühjahrs-Mitgliederversammlung, die gestern und heute in Berlin stattgefunden hat, wurde er in die Sektion Bildende Kunst gewählt. In der Begründung für den Wahlantrag wird der international anerkannte Rang des Künstlers hervorgehoben und der angebliche Grund der Inhaftierung als politisch motivierte Willkür verurteilt: "Ungeachtet der offiziellen Anschuldigung von ‚Wirtschaftsverbrechen’ steht außer Frage, dass seine Verhaftung im Zusammenhang mit seinem Engagement für die Menschenrechte und seinen Protesten gegen die Zerstörung von Umwelt und Geschichte, die im Zentrum seines künstlerischen Schaffens stehen, zu sehen ist."

Weiter...

 

Mahnzeichen aus Licht: ROG projiziert Konterfeis der "Feinde der Pressefreiheit" an Berliner Botschaften

Mit einer spektakulären Aktion hat Reporter ohne Grenzen (ROG) in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai gegen die Verfolgung von Journalisten und die weltweiten Beschränkungen der Pressefreiheit protestiert. Anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit am 3. Mai ließ die Organisation zum Schutz der Pressefreiheit Konterfeis der größten "Feinde der Pressefreiheit" an die Außenwände von fünf Botschaften in Berlin projizieren.

Weiter...

 

Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Bildband "Fotos für die Pressefreiheit 2011"

Zum 3. Mai, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, veröffentlicht Reporter ohne Grenzen (ROG) einen neuen Band aus der Reihe "Fotos für die Pressefreiheit". Der rund hundertseitige Fotoband dokumentiert in Bildern und Texten Ereignisse des Jahres 2010. Im Mittelpunkt stehen Staaten, in denen Presse-, Meinungs- und Internetfreiheit stark gefährdet sind sowie Entwicklungen und Phänomene, die Umbrüche in der Medienwelt bewirkt haben. Viele der Texte und Bilder zeigen exemplarisch, wie schwierig die Arbeit von Journalisten und Medien in vielen Teilen der Welt ist. "In so vielen Ländern der Erde muss darum gerungen werden, dass das eigentlich Selbstverständliche selbstverständlich wird: dass Journalisten einigermaßen frei arbeiten können", schreibt Heribert Prantl, ROG-Kuratoriumsmitglied, Mitglied der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung und Leiter der Redaktion Innenpolitik im Vorwort des neuen Bandes. "So viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten in Regionen, in denen der Tod allgegenwärtig ist - in Gestalt von Autobombern, Selbstmordattentätern und Killerschwadronen.

Weiter...

 

Rezensionen

Aktuelle Rezensionen zu Theater-, Opern- und Kabarettaufführungen sowie Ausstellungen finden Sie unter Menschenskind
 
Feed abonieren
Hintergrund umschalten
Werbung
Werbung