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Magdeburg: "Sächsisch-magdeburgisches Recht in Polen"

Die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig lädt am 29.05.2012 zur Buch- und Projektvorstellung in Anwesenheit der Autoren und Projektleiter des Akademie-Vorhabens "Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas" nach Magdeburg ein. Mit den Untersuchungen zur Verbreitung des Sachsenspiegels, des Magdeburger Stadtrechts und verwandter Rechtsquellen in Polen wird Band 2 der Projektreihe "IVS SAXONICOMAIDEBVRGENSE IN ORIENTE" vorgelegt. Der Band "Sächsisch-magdeburgisches Recht in Polen" geht den Einflüssen von und auf Rechtsnormen, aber auch den Wirkungen der Rechtssprache in Polen nach. Eine wichtige Rolle spielt die gründliche einleitende Darstellung der Forschungsgeschichte, welche gerade im 20. Jahrhundert mehreren ideologisch-politischen Brüchen unterlag und kritisch hinterfragt werden muss. So wurde eine handbuchartige Publikation geschaffen, die auf dem neuesten Stand der Forschung die komplexen rechtlichen und rechtssprachlichen Transferprozesse zwischen Mitteldeutschland und Polen dokumentiert.

Der Sachsenspiegel Eikes von Repgow (um 1225) und das berühmte Stadtrecht von Magdeburg bilden – neben dem römischen und kanonischen Recht – die wichtigsten Grundlagen mittel- und osteuropäischer Rechtsordnungen. Die Erforschung dieser Rechtsquellen und ihrer Verbreitung in Ost- und Mitteleuropa ist Gegenstand des Akademie-Vorhabens „Das sächsisch-magdeburgische Recht als kulturelles Bindeglied zwischen den Rechtsordnungen Ost- und Mitteleuropas“, das unter der Leitung Prof. Dr. Dr. h. c. Ernst Eichler (Leipzig) und Prof. Dr. Heiner Lück (Halle-Wittenberg) Anfang 2004 an der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig seine Arbeit aufgenommen hat. Seit 2007 ist das Vorhaben auch mit einer Forschungsstelle in Magdeburg, dem Ursprungsort des Magdeburger Stadtrechts, präsent.

Anhand von Rechtsquellen werden sowohl aus rechts- als auch aus sprachgeschichtlicher Perspektive die Wege des Sachsenspiegels und des Magdeburger Stadtrechts nachgezeichnet. Auf der Basis der historischen Zusammenhänge wird es möglich, sich auch der gegenwärtigen Rechtskultur der untersuchten Länder zu nähern. Die Forscher des Akademie-Vorhabens stehen
dabei in engem Kontakt mit Wissenschaftlern aus dem Verbreitungsgebiet dieses Rechts – Polen, Ukraine, Litauen, Lettland, Estland, Russland, Rumänien, Slowakei, Tschechien, Ungarn und Weißrussland.

Ziel ist es, ein möglichst genaues und vollständiges Verzeichnis der Verbreitung dieses Rechts im mittel- und osteuropäischen Raum zu erstellen. Dazu werden rechtsinstitutionelle und rechtssprachliche Analysen der jeweiligen landessprachlichen Rechtstexte bis hin zu den Kodifikationen des 18. und 19. Jahrhunderts durchgeführt. Die Ergebnisse werden in Handbüchern zu jedem Untersuchungsgebiet publiziert und parallel dazu auch im Internet zur Verfügung gestellt. So soll ein Rechtsbereich erschlossen werden, der für das Verständnis des neuen Europas einen wichtigen Beitrag leistet, indem er die Grundlagen des alten Europas neu beleuchtet.


Mit
Prof. Dr. Dr. h. c. Ernst Eichler (Leipzig), Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig

Prof. Dr. Heiner Lück (Halle-Wittenberg), Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Europäische, Deutsche und Sächsische Rechtsgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Ordentliches Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig

Moderation
Dr. Maren Ballerstedt (Magdeburg), Leiterin des Stadtarchivs Magdeburg

Außerdem sind zwei der Autoren des vorgestellten Bandes anwesend:

Dr. Wieland Carls (Arbeitsstelle Leipzig) und Dr. Katalin Gönczi (Arbeitsstelle Magdeburg)

Eine Veranstaltung der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. In Kooperation mi dem Stadtarchiv Magdeburg

Datum: 29.05.2012
Uhrzeit: 18.00 Uhr
Ort:         Altes Rathaus Magdeburg, Franckesaal
 
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