Mensch Meier 001
Nun ist das neue Jahr eine Woche alt und nichts hat sich geändert. Vor Heiligabend fing alles an. Voller Vorfreude auf beiden Seiten war unser Weihnachtsbaum planmäßig per LKW von Freiberg in Richtung Leipzig 30 km vor der Stadt am 23. eingetroffen. Am heiligen Vormittag sollte diese prächtige 3,50 m große Tanne die restlichen Kilometer transportiert werden. Alles war vorbereitet, das Auto, der Fahrer und die Träger und der Baumständer wartete auf seinen neuen Gast. Abgesprochen war natürlich auch, wo der noch einzig verbliebene Schlüssel aufbewahrt werden sollte, der das Tor zu unserem Weihnachtsbaum öffnen würde. Aber nachdem dieser nicht zu finden war, rettete auch kein „Sesam öffne dich“ den Weihnachtsbaum aus seinem einsamen Quartier. Der Schlüssel fort, der Baum im falschen Haus und so mussten der Baum und wir eine Entscheidung fällen. Übrigens wäre das Fällen des Baumes schon mal überflüssig gewesen. Nun gut, Baum und wir entschieden, das Weihnachtsfest 2010 getrennt voneinander zu feiern. Als dann abends an diesem Heiligen Tag die ersten Flocken fielen, dachten wir an den Weihnachtsbaum, der ohne Kugeln, ohne Lametta einsam in einer Scheune in einer Ecke lümmelte und vielleicht auch etwas froh war, in diesem Jahr ein etwas anderes Ende zu erleben. Eine Frage jedoch bleibt: Was werfen wir in diesem Jahr aus dem Fenster?
In den letzten und ersten Tagen des alten bzw. neuen Jahres trafen dann Neujahrsgrüße ein. Am zweiten Januar erhielt ich eine Email mit den Worten: "...und nachträglich alles Gute zum neuen Jahr". Das warf bei mir die Frage auf, ob bei Neujahrswünschen überhaupt und wenn ja, ab wann ein nachträglich zuträglich ist. Gleich begann sich bei mir das schlechte Gewissen zu regen. Auch ich hatte noch nicht alle Glückwünsche versandt und hatte gehofft, dass die erste Januarwoche das
Wünschen noch zulässt. Also setzte ich mich eindringlich mit dem Satz, der mit „nachträglich“ begann, auseinander. Nachträglich, das hieße doch: Das Jahr 2011 ist schon vorüber. Dass die Zeit im „Alter“ immer schneller vergeht, hatte bereits meine Großmutter gewusst, aber sooo schnell? Nun das wollte ich dann doch nicht und beschloss die nächste Email zu lesen.
Ein Internetportal verhieß mir schon in der Betreffzeile „Sie haben neue Mitschüler“. Nun, die deutsche Sprache lässt in der Kürze manchmal wenig zu, aber das wüsste ich dann doch. Erst war das neue Jahr schon wieder vorbei und dann saß ich womöglich wieder auf der Schulbank... Beim Weiterlesen wollte man die Freude auf das Gesicht des vermeintlich neuen Mitschülers wecken und stellte mir die Frage. „ Wie sieht Michael heute wohl aus?“. Aber im nächsten Satz folgte bereits die Antwort: „ Bisher hat Michael noch kein aktuelles Profilbild eingestellt.“ Was für eine sinnvolle Kommunikation. Nach weiteren, ähnlich erquickenden Nachrichten klappte ich den Laptop zu. Jetzt half nur ein Spaziergang durch die winterliche Natur. Brot für die Enten steckte ich noch schnell ein, denn laut Titel einer Pressemitteilung der Stadt galt lediglich ein „Fütterungsverbot für stehende Gewässer im öffentlichen Raum“.
In den letzten und ersten Tagen des alten bzw. neuen Jahres trafen dann Neujahrsgrüße ein. Am zweiten Januar erhielt ich eine Email mit den Worten: "...und nachträglich alles Gute zum neuen Jahr". Das warf bei mir die Frage auf, ob bei Neujahrswünschen überhaupt und wenn ja, ab wann ein nachträglich zuträglich ist. Gleich begann sich bei mir das schlechte Gewissen zu regen. Auch ich hatte noch nicht alle Glückwünsche versandt und hatte gehofft, dass die erste Januarwoche das
Wünschen noch zulässt. Also setzte ich mich eindringlich mit dem Satz, der mit „nachträglich“ begann, auseinander. Nachträglich, das hieße doch: Das Jahr 2011 ist schon vorüber. Dass die Zeit im „Alter“ immer schneller vergeht, hatte bereits meine Großmutter gewusst, aber sooo schnell? Nun das wollte ich dann doch nicht und beschloss die nächste Email zu lesen.
Ein Internetportal verhieß mir schon in der Betreffzeile „Sie haben neue Mitschüler“. Nun, die deutsche Sprache lässt in der Kürze manchmal wenig zu, aber das wüsste ich dann doch. Erst war das neue Jahr schon wieder vorbei und dann saß ich womöglich wieder auf der Schulbank... Beim Weiterlesen wollte man die Freude auf das Gesicht des vermeintlich neuen Mitschülers wecken und stellte mir die Frage. „ Wie sieht Michael heute wohl aus?“. Aber im nächsten Satz folgte bereits die Antwort: „ Bisher hat Michael noch kein aktuelles Profilbild eingestellt.“ Was für eine sinnvolle Kommunikation. Nach weiteren, ähnlich erquickenden Nachrichten klappte ich den Laptop zu. Jetzt half nur ein Spaziergang durch die winterliche Natur. Brot für die Enten steckte ich noch schnell ein, denn laut Titel einer Pressemitteilung der Stadt galt lediglich ein „Fütterungsverbot für stehende Gewässer im öffentlichen Raum“.

