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"Rosmersholm" von Ibsen an der Volksbühne Berlin

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Die Rezension vom 17.09.2011


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Das muss doch für das Stammpublikum der Berliner Volksbühne ein Kulturschock gewesen sein: Auf der Bühne ein gediegener Salon, in dem mit wenig szenischem Aufwand tiefschürfende Diskussionen - vorwiegend im Sitzen - stattfinden und den Zuschauer zum aufmerksamen Zuhören verpflichten. Schon auf Grund dieser Besonderheit am Rosa-Luxemburg-Platz hätte ich mir gewünscht, dass Leander Hausmanns Inszenierung von Ibsens "Rosmersholm" ein Erfolg geworden wäre, aber das ist sie leider nicht. Zu wenig kann der Regisseur vermitteln, was ihn an diesem komplizierten Stück, das nicht ohne Grund selten gespielt wird, gereizt hat.

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Capitalista, Baby am Deutschen Theater Berlin

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Die Rezension von der Premiere am 11.09.2011


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Das Deutsche Theater Berlin startete mit zwei Premieren in die neue Spielzeit,  Die zweite Premiere war in den Kammerspielen "Capitalista, Baby" nach "The Fountinhead" von Ayn Rand in einer Fassung von Tom Kühnel und Jürgen Kuttner, die beide auch Regie führten. Und hier hat mich der ebenfalls nicht gerade kurze Abend bestens unterhalten, auch im Sinne von angeregt. Es war politisches Theater (fast) ohne Zeigefinger mit komödiantischem Vergnügen. Die Amerikanerin Ayn Rand, die 1905-1982 gelebt hat, ist in ihrem Land eine Bestsellerautoren und gilt als Verfechterin des reinen Kapitalismus. Das ist wahrscheinlich der Ausgangspunkt für den etwas irreführenden Titel. Geht es doch in ihrem Roman "The Fountainhead" um die bedingungslose Selbstverwirklichung des Individuums im Gegensatz zu denen, die sich vom System korrumpieren lassen, aber auch denen, die den Sozialstaat propagieren. Howard Roark, ein eigenwilliger Architekt arbeitet lieber im Steinbruch, als seine Ideale zu verraten. Ganz im  Gegensatz zu seinem Kommilitonen Peter Keating, einer mittelmäßigen Begabung, der bei Howard schmarotzt und schnell Karriere macht. Als er sich nicht an die Verabredung hält, die Pläne Howards für eine Anlage des sozialen ohne jegliche Änderung zu verwirklichen, sprengt dieser das Gebäude in die Luft.

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Besuch bei Mr. Green im Schlosspark Theater Berlin

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Die Rezension von der Premiere am 14.09.2011

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"Besuch bei Mr. Green" von Jeff Baron war ein wunderbares, berührendes Erlebnis im Schlosspark Theater. Zwei Schauspieler haben aus einem kleinen Stück einen großen Theaterabend gemacht. Mr. Green, ein alter, orthodoxer Jude, dem kürzlich die Frau gestorben ist, hat sich in seine graue Wohnung vergraben und droht zu verwahrlosen. Im Bühnenbild von Stephan von Wedel hat der Raum etwas von einem selbst gewählten Kerker. Überraschend und unwillkommen dringt Ross, ein junger Mann ein Mal wöchentlich in sein Leben ein. Er ist vom Richter zu diesen Sozialstunden verdonnert worden, weil er Mr. Green mit dem Auto beinahe über den Haufen gefahren hätte. Nach und nach öffnet sich bei koscherem Essen Mr. Green dem ungebetenen Gast.

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Wiederaufnahme der Kalender Girls im Theater am Kurfürstendamm

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Die Rezension vom 13.09.2011


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Schade, schade, schade. Ich hatte mich darauf gefreut, bei der Wiederaufnahme der "Kalender Girls" von Tim Firth im Theater am Kurfürstendamm quasi das weibliche Pendant zur phantastischen "Ladies Night" im Theater nebenan zu erleben. Aber was für eine Enttäuschung. Bestenfalls ein müder Abklatsch der Probleme mit dem Nacktsein. Und es ließ mich merkwürdig kalt. Die im Film sehr berührende Geschichte um Frauen in den besten Jahren, die nach dem Krebstod des einen Ehemannes beschließen, sich nackt für einen Kalender ablichten zu lassen, um dem Krankenhaus ein neues Sofa spendieren zu können, plätschert hier von Station zu Station.

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Winterreise am Deutschen Theater Berlin

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Die Rezension vom 10.09.2011


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Das Deutsche Theater Berlin startete mit zwei Premieren in die neue Spielzeit, anderthalb davon habe ich gesehen. Da gab es zunächst Elfriede Jelineks "Winterreise", bei der Kritikerumfrage von "Theater heute" zum deutschsprachigen Stück des Jahres gewählt. Ich frage mich nur, was an diesem Text ein Theaterstück war. Es ist ja legitim, wenn eine Schriftstellerin über ihr Leben und das Leben an sich reflektiert. Aber deshalb ist dieser sich gelegentlich philosophisch gebende, dann wieder einfach nur narzistische Seelenstriptease doch noch lange kein Bühnenstück.

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Schach von Wuthenow am Hans-Otto-Theater Potsdam

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Rezension von der Premiere am 09.09.2011

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Im Programmheft des Hans-Otto-Theaters wird Fontane zitiert "Man sehnt sich wieder nach dem Dunkel, dem Rätselhaften, dem Wunder." Das Rätselhafteste bei der Uraufführung der Dramatisierung des "Schach von Wuthenow" Theodor Fontanes war für mich, warum man diesen Stoff unbedingt auf die Bühne bringen musste. Das liegt – trotz aller Erklärungen im Programmheft und in Interviews- für mich im Dunkeln. Schach von Wuthenow, ein preußischer Offizier macht der Witwe Josephine von Carayon den Hof. Er lässt sich im Nachklang eines Gespräches über Schönheit die aus dem Inneren kommt, mit Victoire, der durch Blattern entstellten Tochter Josephines, auf eine Liebesnacht ein. Gezwungen, die Konsequenzen zu ziehen und zu heiraten, flieht er zunächst, stellt sich dann aber der Verantwortung, heiratet und erschießt sich.

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Am Horizont von Petra Wüllenweber am Hans-Otto-Theater Potsdam

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Rezension von der Premiere am 08.09.2011

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Mutig, mutig, das Thema Alzheimer in einem Theaterstück für die Altersgruppe 9+ zu  thematisieren. Das Hans-Otto-Theater Potsdam geht mit "Am Horizont" von Petra Wüllenweber dieses Wagnis ein – und hat damit Erfolg. Gespannt verfolgten die jungen Besucher der Premiere die Geschichte von Janek und seinem Opa. Der war mal als Schwimmer Olympiateilnehmer und trainiert jetzt seinen Enkel in der schwierigen Disziplin des Delfinschwimmens. Auch sonst ist er für den Jungen eine wichtige Bezugsperson, denn der lebt mit seiner Mutter allein und vermisst seinen Vater.

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Friedrich Hollaenders Tingel Tangel an der Berliner Vaganten-Bühne

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Rezension von der Premiere am 07.09.2011

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Ich muss gestehen, dass ich mit einiger Skepsis in die Premiere von "Friedrich Hollaenders Tingel Tangel" bei der Berliner Vaganten-Bühne gegangen bin. Ich habe schon so viele Programme mit bewährten Nummern der goldenen Satire-Ära der 20er, 30er Jahre gesehen und weiß, wie gut die sind. Es funktioniert auch irgendwie immer, aber irgendwie kennt man doch alles schon. Ja, auch bei der gestrigen Premiere kannte ich den größten Teil der Nummern – und trotzdem war es anders. James Edward Lyons hat aus allem eigene ganz eigene Geschichte gestrickt.

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Aus dem Leben eines Taugenichts am Berliner Theater an der Parkaue

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Rezension von der Premiere am 06.09.2011

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"Aus dem Leben eines Taugenichts" am Theater an der Parkaue Berlin war ausgelassenes Theaterspiel pur. Wer noch nie etwas von dieser romantischen Novelle des Joseph von Eichendorff
gehört hat, wird sie hier auch nur in groben Zügen kennenlernen. Aber das Theater ist ja nicht dazu da, das Lesen zu ersetzen, sondern sich herzhaft die Situationen zu greifen - und daraus einen unterhaltsamen Abend zu machen. Hier inszeniert Albrecht Hirche eine eigene Fassung der Vorlage, die durchaus nicht leichtfertig ist, aber dann doch irgendwie respektlos zum Anlass munteren Drauflos-Spielens und Auskostens der verschiedenen Stationen des Weges dieses
unverbesserlichen Lebenskünstlers gemacht wird.

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Völker, schaut auf diese Stadt am Maxim-Gorki-Theater Berlin

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Rezension von der Premiere am 31.08.2011


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Wer hätte gedacht, dass es in einer Wahlkampfzentrale so lustig zugeht. Aber eigentlich ist Rainald Grebes aufwändig gestalteter Keller ja auch keine Wahlkampf-, sondern eine Wahlkampfbeobachtungszentrale, in der eine beeindruckende Fülle an Recherche-Material zusammengetragen worden ist, überwiegend von dem Journalisten Lucas Vogelsang. Daraus entsteht ein frecher, subversiver, über weite Strecken sehr lustiger Theaterabend. Es wird ein bisschen Stadtgeschichte vermittelt, man bekommt einige aktuelle Bürgermeinungen zu hören – die Essenz aus über 800 Interviews, Wahlkampfkampagnen-Designer plaudern inkognito aus dem Nähkästchen und selbstverständlich werden auch Politiker präsentiert.

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