Leipzig: The Bad Plus - "Made Possible"Wie das Esbjörn Svensson Trio – nur auf ihre eigene Art – haben The Bad Plus das akustische Jazzklavier-Trio neu definiert. Charakteristisch ist ihre improvisatorische Rasanz im Gestus von Rockmusikern. Der dynamischen Atmosphäre ihrer Live-Konzerte kann man sich nur schwer entziehen. Auf dem aktuellen Album mit neun Eigenkompositionen arbeitet das Trio auch mit Synthesizern und diversen Drumsounds. Soundvielfalt und überraschende Wechsel zwischen geraden und ungeraden Rhythmen sorgen für ein spannungsreiches Klangerlebnis. Ein absolutes Topereignis des internationalen Jazz am 27.05.2013, das man nicht verpassen sollte!
Leipzig: jazzwerkstatt on tour (2): Vesna PisarovicAm 26.05.2013 präsentiert der Jazzclub Leipzig Vesna Pisarović. In ihrer kroatischen Heimat ist die vom Punkrock her kommende Künstlerin zu einem Popstar geworden. Mit ihrer Veröffentlichung »With Suspicious Minds« erschließt sich die jetzt Berlin Lebende Jazz und improvisierte Musik. Ihr zur Seite stehen dabei international erfahrene Jazzer: Posaunist und Komponist Gerhard Gschlößl (Zusammenarbeit mit u.a. Sam Rivers, Albert Mangelsdorff, Billy Hart, Michael Mantler), der Tasmanier Clayton Thomas am Kontrabass sowie der aus Australien stammende Schlagzeuger und Aktionskünstler Steve Heather. Ihre CD ist eine experimentelle Begegnung mit Titeln des King of Rock’n’ Roll Elvis Presley. Ihre vergnüglichen Improvisationen zwischen collageartigen Free-Jazz-Passagen, kunstvoll coolem Gesang und abgedreht-bluesigen Grooves zeugen vom Spaß am ironisch-lakonischen Umgang mit den Originalen.
Görlitz: "Begegnungen – Spotkanie" - Begegnung in Bildern - Eine deutsch-polnische Ausstellung im Kustoshaus am Heiligen GrabUnter dem Motto „Begegnungen – Spotkanie“ ist ab 19.04.2013 eine deutsch-polnische Ausstellung in Görlitz zu erleben. Die Künstlerinnen Christiana Heidemann aus Haubitz und Joanna Knapek aus Katowice zeigen Landschafts- und Naturbilder, die ebenfalls Begegnungen im weitesten Sinne darstellen: „Dialog“ etwa heißt der Blick in den Hühnerstall, wo Hahn und Henne einander beäugen. „Vom Leben der Bäume“ hält z.B. eine im Wind sich neigende Baumgruppe bei aufgehender Sonne fest. Die Schau ist eine Initiative des Via Regia Landesverbandes Sachsen, der damit bereits den Beginn einer deutsch-polnischen Kooperation in Vorbereitung zu Breslaus Kulturhauptstadtjahr 2016 setzt. Als Vermittler der Kulturstraße in Görlitz organisiert der Verein der Freunde und Förderer der Herberge am Heiligen Grab diese Ausstellung im Kustoshaus am Heiligen Grab.
Berlin: "For the Disconnected Child"Das neue Projekt von Falk Richter, das am 14.06.2013 Premiere feiert, untersucht den Wunsch nach Verbindung, die Suche nach Begegnung und die Sehnsucht nach Auflösung in einem Kosmos zunehmend flüchtiger werdender Lebens-, Beziehungs- und Gesellschaftsentwürfe. In »For the Disconnected Child« suchen Individuen nach Sinn, Erfüllung, Rausch, nach Bindung, nach einander – begegnen, verlieren, finden sich. Zum ersten Mal treffen Schauspieler der Schaubühne auf Sänger und Musiker der Berliner Staatsoper und Tänzer. Es treffen Texte auf Neue Musik, Schauspiel auf Musiktheater, Gesang auf Choreographie – in szenischen Kompositionen, die wie Album-Tracks aufeinander folgen. In Richters letzten beiden Schaubühnen-Projekten »TRUST« und »PROTECT ME« lösten sich dazu die Grenzen zwischen künstlerischen Ausdrucksformen, Schauspiel, Bewegung, Choreographie, allmählich auf. Diesen Weg setzt »For the Disconnected Child« fort und begibt sich auf unbekanntes Terrain: Zusammen mit dem isländischen Sänger und Songwriter Helgi Hrafn Jónsson schreibt Falk Richter ein Album mit szenischen Tracks – sieben Komponisten der jungen Generation Neuer Musik treten mit diesem Material in Dialog, reagieren, variieren, arrangieren und komponieren es neu. Die Bühne wird zum Experimentierfeld, auf dem sich die Beziehungen zwischen Tänzern, Sängern, Musikern und Schauspielern beständig neu aushandeln, verbinden, auflösen.
Berlin: "Baal"Baal, Lyriker, provoziert, verstört, verweigert sich. Dabei möchte der reiche Kaufmann Mech seine Werke groß herausbringen. Baal schläft lieber mit dessen Frau, demütigt sie wie all seine Verehrerinnen und singt für Schnaps halbseidene Lieder in zwielichtigen Kneipen. Auch in der Freundschaft zu Ekart, mit dem er übers Land zieht, betrügt und philosophiert, findet er keinen Ausweg: Aus Konkurrenz um eine Frau kommt es zwischen beiden zur Tragödie. Mit »Baal«, geschrieben 1918/19, schwebte Brecht ein ›wahrhaft‹ a-soziales Künstlersubjekt vor, dessen Anarchismus die bürgerliche Gesellschaft und ihre Moral herausfordert. Der Stoff beschäftigte ihn zeitlebens. Zunehmend interessierte Brecht sich für das Asoziale der Gesellschaft, die Baal umgibt. Nicholas Mockridge studiert Regie an der HfS »Ernst Busch«. »Baal« ist seine Diplominszenierung, die am 18.05.2013 Premiere feierte.nächste Aufführung am 31.05.2013
Berlin: "PROTECT ME""Ich bin genauso wie das, was um mich herum passiert, ich verhalte mich genauso irrational wie dieser markt, der sich völlig unkalkulierbar und impulsiv gebärdet, und dem man nicht über den weg trauen kann wie ein psychisch schwer angeschlagener liebhaber, der mal depressiv herumliegt, dann wieder hysterisch überreagiert und mit tonnenweise geld beruhigt werden muss, den man keine sekunde allein lassen kann, ohne dass er dummes zeug macht, und der unentwegt damit droht, zusammenzubrechen oder sich abzusetzen in andere länder, wo er billiger und besser all das bekommen kann, was er bei uns vergeblich gesucht hat, und der umworben werden will, unentwegt, mit milliarden und noch mehr milliarden, und steuergeschenken und vergünstigungen. Dieser markt ist die letzte diva, für die wir wirklich alles geben würden. Und wie dumme jungs rennen wir hinter ihm her und versuchen, ihn in den griff zu bekommen, haben aber keine mittel dazu, keine instrumente, diesen hysterischen markt zu beruhigen. der will irgendwie immer gleich unser ganzes leben auseinander nehmen, unsere gesellschaft und unsere staatsform über bord werfen, der wirft uns hin und her, während wir noch irgendwo bei einem therapeuten sitzen und versuchen, herauszufinden WER WIR WIRKLICH SIND TIEF IN UNSEREM INNERN und lernen UNS AUF DAS WESENTLICHE ZU BESCHRÄNKEN verprasst dieser markt lustvoll unsere milliarden eine nach der anderen, macht sich mit unserer kreditkarte ein paar schöne tage, verbrennt alles, was wir so an rücklagen wohl verwahrt haben in den letzten jahren, tanzt und feiert und hat spaß, während wir wie die deppen einfach da sitzen und fassungslos zuschauen und keine ahnung haben, wie wir uns zu all dem, was da gerade passiert, in beziehung setzen sollen. wir gucken ja nurmehr zu, wir handeln ja überhaupt nicht mehr. und jetzt will ich endlich wieder leute sehen, die handeln, die ins handeln kommen, bei denen dieses wort krise einfach keine angststarre mehr auslöst, sondern die begreifen, dass dieses wort ein machtinstrument ist: wo wird gespart, wer ist als nächster dran, permanenter ausnahmezustand. Die krise ist der neue ist-zustand unseres systems und die menschen werden unentwegt hin und hergerissen von den äußeren und inneren zuständen der unsicherheit, der panik, der angst, der sehnsucht, der hysterie, der suche nach einem anderen leben. keine gewissheiten mehr in den nächsten jahren, alles kann jederzeit immerzu weg brechen, wie lebe ich da? worauf setze ich? An wem oder was orientiere ich mich und wie ERFAHRE ich endlich wieder etwas substantielles? rückzug? stille? aufbruch?" nächste Aufführung am 01.06.2013
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Leipzig: "Der Freischütz" nach Apel, Burroughs, Kind und von WeberIm Walde im Walde, da kommt mir die Jagd... Bei Liebe und Jagd braucht es ein Gewehr für die Frau und ein Herz für Tiere. Im Jägerdorf am Jägerwald in der Jägerwelt wohnt Wilhelm und träumt davon Jäger zu werden, damit er Käthchen heiraten kann. Weil Jägerwerden aber nicht so einfach ist, wird der Teufel gefragt. Ob das gut geht? Wenn alles gelingt, fließt Blut und Glitter und die Show wird tragische Glamrockoper. Es riecht nach Schwarzpulver und Bier. Die Lichter gehen aus und wieder an, die Taube fliegt, der letzte Schuss fällt. Vorhang. Musik. Dieser Freischütz ist ein Meister des Erschießens. Und: Was Teufels tolle Zauberkugeln kaputtmachen können, das soll auch zu Bruch gehen. Denn wer stirbt, beißt ins Gras. Und wer nicht erschossen wird, spielt bis ihn der Teufel holt. Samira Lehmann und Stefan Wenzel spielen um ihr Leben. Mit Objekten und Figuren, E-Gitarren und Hochzeitskleidern entführen die beiden in kleine Idyllen und große Alpträume. Inmitten von Jagdglamour und Trashmusik geht es um die wirklich wichtigen Dinge des Lebens: Die Jagd und die Liebe. Frei nach Apels Volkssage und von Webers Oper geht es tief in den dunklen Wald, wo die erbarmungslose Wildnis lauert und nur die Erbförsterei ein Gefühl der Heimat bieten kann. Doch Vorsicht, so mancher Schuss wird ins Schwarze treffen. Objekttheater trifft Rockoper. nächste Aufführung am 04.07.2013
Leipzig: "Ghostcity"Ein menschenleeres Vorstadtviertel. Die Hochhäuser, urbane Visionen der Vergangenheit, sind dem Zerfall preisgegeben. Hier wohnt niemand mehr. Vorsichtig durchschreitet man die Winkel und Gassen dieser morbiden Tristesse. Da dringen leise Töne aus den Zimmern der verlassenen Häuser. Geräusche, die nicht verstummen wollen in ihrer ewigen Wiederholung. Der Betrachter ist mittendrin in dieser Geisterstadt. Die Geister zeigen sich nicht. Aber ihre Stimmen sprechen, flüstern, wispern aus den Wohnungen. Im Kopf des Voyeurs entspinnen sich Geschichten von Liebe, Hoffnung, Trauer... Die grundlegende Idee von Ghostcity ist die Verbindung von bildnerischer Installation und theatraler Spielweise in einem begehbaren, übermenschengroßen Modellbau einer verlassenen Stadt. Das Publikum betrachtet unterschiedliche Stillleben, die mit Geräuschen, Dialogen oder musikalischen Einsätzen kombiniert sind. Es ist ihm zunächst selbst überlassen, wie lange es die einzelnen Szenerien betrachten will. Dieses selbstständige Erkunden wechselt mit Phasen, in denen die Akteure den Fokus auf eine einzelne Szene richten. nächste Aufführung am 20.06.2013
Leipzig: "Spleen" Charles Baudelaire: Gedichte in ProsaBasis der Inszenierung ist Charles Baudelaires Spätwerk, seine Gedichte in Prosa "Der Spleen von Paris". Dichte Miniaturen, oft zu wenigen Zeilen komprimierte Szenen oder scheinbar flüchtig hingeworfene Gedankengänge beschwören die Epoche des „Untergangs der romantischen Sonne“. In ihnen widerspiegeln sich Splitter gescheiterter Utopien angesichts politischer Restauration im vorvorigen Jahrhundert: ein erstaunlich zeitgemäßes Panoptikum. Die offene Spielweise dieser Inszenierung - die der Spieler mit Figuren und Musikinstrumenten auf der Bühne, sowie mit dem Textmaterial, eingesprochen von Kindern und Jugendlichen - zielt auf eine kaleidoskopische Betrachtung des Zuschauers. Eine eigene Magie entsteht in der Imagination zwischen Akteuren, Material und Publikum, eine Folge von Bildern, die den Blick Baudelaires kontrapunktiert und sucht, ihn für eine Wahrnehmung von heute zu öffnen. nächste Aufführung am 07.06.2013
Leipzig: "Ach, Wald!"Ach, der Wald, dieser Wald. Alles voller Faune, Nymphen und Schrate. So ein Wald hat keine schnellen Straßen, alles geht so langsam, alles voller Moos, Dickicht und Gestrüpp. Ach, der Wald. Alles voller Wesen, die sich um nichts kümmern und scheren, die sich nur dem hingeben, was sie so treibt. Man kann mit ihnen keine Geschäfte machen, weil sie kein Interesse haben an einem „noch mehr“ oder an einem „noch nicht genug“. Sie haben schon so viel – sie haben schon so viel mit sich selbst. Der Faun dachte: "Was kümmern mich die Menschen? Menschen – das sind so Wesen, die Probleme haben, die schleppen die immer so mit sich herum. Ich habe keine und will auch keine und darum will ich auch keine Menschen haben." Doch die Sorglosigkeit trügt und es geschieht ein grausamer Mord – ein Mord, wie er schon in „Der Hund von Baskerville” von Sir Arthur Conan Doyle seine Leser das Fürchten gelehrt hat. Die Zeit steht still. Doch jemand muss diesen Kriminalfall aufklären. So machen sich Nymphe und Faun, wie ehedem Dr. Watson und Sherlock Holmes auf, Licht ins Dunkel zu bringen. nächste Aufführung am 30.05.2013
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